Individualität im Umbruch (1990/7)

Herausgegeben von: Heide Damaschun

<p>Schon die Entscheidung, die Kategorie der ‚Postmoderne‘ heute sozialphilosophisch ernstzunehmen, bedarf einer gewissen Begründung: der Objektbereich aller Theorien mit diesem Titel ist unklar, ihr konzeptueller Rahmen für eine Analyse sozialer Veränderungsprozesse sicherlich unangemessen und ihr individueller Gestus überdies selbstgefällig, ja unsympathisch. Jede erneute Beschäftigung mit dem modisch gewordenen Konzept macht nur um so drastischer die Unzulänglichkeiten deutlich, die ihm von Beginn an innegewohnt hatten: ob „Postmoderne“ nur eine veränderte Konstellation im kulturellen Bereich oder einen neuen Typus der sozialen Integration kennzeichnen soll, ob mit dem Begriff eher empirische oder eher normative Erklärungsansprüche verknüpft sind und inwiefern die wie auch immer gewandelte Realität auch eine Erneuerung des Theorieverständisses überhaupt erzwingt, sind bislang ungeklärte Fragen. Zunächst im gut überschaubaren Feld der Architektur entstanden, wo sie als Kontrastbegriff zur funktionalistischen Bauweise der Hochmoderne fungierte, hat die Kategorie der „Postmoderne“ auf ihrem Weg durch die Sozial- und Geisteswissenschaften zunehmend an begrifflicher Klarheit verloren; gleichwohl behält sie ihre breitenwirksame, disziplinenübergreifende Suggestivkraft bei, scheint sozialkulturelle Veränderungsprozesse zumindest vage indizieren zu können und einer diffusen Bewußtseinslage zur Sprache zu verhelfen.</p>

Stichworte: Umbruch, Individualität, Transformation, Wandel, Identität

Erschienen: 1990

Inhalt

  • Anerkennung und Differenz
  • Zwischen moderner Identität und postmoderner Differenz
  • Die kupierte Individualität
  • Identitäten im Umbruch: Das Subjekt in der „Postmoderne“
  • Lebenswelten zwischen Anpassung und Eigensinn
  • Von einem bipolaren zu einem unipolaren Europa in einer multipolaren Welt
  • History as a Way of Learning
  • Ein guter Mensch aus dem Politbüro
  • Probleme beim Übergang zur regulierten Marktwirtschaft in der UdSSR
  • Bricht jetzt zusammen, was zusammen gehört?
  • Pierre Bourdieu: Homo academicus. Suhrkamp Verlag. Frankfurt a. Main 1988. 455 S.
  • Dieter Henrich: Ethik zum nuklearen Frieden. Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main, 1990, 322 S.
  • Alexander Zipko: Die Philosophie der Perestroika. Die Grundlagen der Reformpolitik Michail Gorbatschows. Wilhelm Heyne Verlag. München 1990, 285 S.
  • Bernhard Claußen (Hrsg.): Politische Sozialisation Jugendlicher in Ost und West. Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung Band 279. Bann 1989. 320 S.
  • Reinhart Kößler: Arbeitskultur im lndustrialisierungsprozeß. Studien an englischen und sowjetrussischen Paradigmata. Verlag Westfälisches Dampfboot. Münster 1990 (Theorie und Geschichte der bürgerlichen Gesellschaft, Bd. 2)

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Coverbild von  Individualität im Umbruch